Languages: 
English

Erna Goldmann in der Jobst Edelmetallschmiede

Das bin ich bei meiner Arbeit in der Edelmetallschmiede von Kurt Jobst. Dort habe ich gelernt, Schmuck zu machen.

Meine Mutter kannte jemanden, der so ein bisschen ein Künstler war, und der hat uns bekannt gemacht mit Kurt Jobst.

Ich habe 1934 ein dreiviertel Jahr in seiner Edelmetallschmiede gelernt.

Der Herr Jobst war ein richtiger Künstler, ich habe viel gelernt bei ihm. Herr Jobst war kein Jude, aber er hatte damals nur jüdische Lehrlinge.

Wir waren drei jüdische Mädchen, die bei ihm gelernt haben.

Karl Guggenheim

Mein ältester Bruder Karl war zwölf Jahre älter als ich, er ist am 12. Januar 1906 geboren.

Karl war ein glühender Zionist. 1933 war er mit seinem Medizinstudium fertig, er hatte sogar noch sein praktisches Jahr im Virchow-Krankenhaus in Berlin gemacht.

Er war Praktischer Arzt, hat später aber nur noch wissenschaftlich gearbeitet.

Nach dem Praktischen Jahr verließ Karl Deutschland und ging nach Jerusalem.

Es war nicht so leicht, man brauchte ein Zertifikat von den Engländern, denn Palästina stand damals unter englischem Mandat.

Erna Goldmann im Sommerlager

Das bin ich mit einem Freund während eines Ausflugs mit der Jugendbewegung.

Meine Brüder und ich waren in der zionistischen Jugendbewegung Blau-Weiss.

Diese Jugendbewegung war einer der zionistischen Bünde, und damals sehr bekannt.

Wir sind gewandert und haben gesungen und viel über Israel gesprochen.

Mein Leben war nie langweilig, weil wir immer zusammen waren.

Wir sind mit den Fahrrädern in den Frankfurter Stadtwald gefahren, und wir waren zusammen in Pfingstlagern, Sommer- und Winterlagern.

Erna Goldmann

Das war im Sommer 1932 in Frankfurt am Main. Wo genau dieser Springbrunnen steht, weiß ich nicht mehr.

Ich war damals 14 Jahre alt. Für mich war die Welt noch in Ordnung.

Mein Vater war Getreidehändler, meine Mutter war Hausfrau.

Ich war nicht sehr gern in der Schule, weil ich nicht gern lernte, aber ich hatte viele Freundinnen und Freunde in der zionistischen Jugendbewegung Blau Weiß, die später zur Kadima wurde.

Mehrere Male in der Woche trafen wir uns und verbrachten unsere Freizeit miteinander.

Erna Goldmann und Else

Das bin ich mit Else, unserem jüdischen Hausmädchen. Ich weiß aber nicht mehr, wo genau das in Frankfurt war.

Else, unser jüdisches Hausmädchen, hat bei uns im Haus gewohnt.

Aber nicht in unserer Wohnung, sondern oben im Haus in einem Dachzimmer.

Das jüdische Hausmädchen ist mit mir spazieren gegangen, oder sie war im Park mit mir. Sie war nicht viel älter als ich, sie war noch sehr jung.

Ich weiß, dass sie nach Amerika flüchten konnte und dort überlebt hat.

Erna Goldmann

Das bin ich im Herrenzimmer unserer Wohnung in Frankfurt/Main. Hinter der Schiebetür befand sich unser Salon.

Das war im Sommer, und ich war 14 Jahre alt. Für mich war die Welt noch in Ordnung.

Mein Vater war Getreidehändler, meine Mutter war Hausfrau.

Ich war nicht sehr gern in der Schule, weil ich nicht gern lernte, aber ich hatte viele Freundinnen und Freunde in der zionistischen Jugendbewegung Blau Weiß, die später zur Kadima wurde.

Mehrere Male in der Woche trafen wir uns und verbrachten unsere Freizeit miteinander.

Erna Goldmann

Das bin ich mit meinem neuen Ballkleid. Ich glaube, das Foto hat mein Bruder aufgenommen.

Ich war immer sehr gut angezogen, mit Mantel und Hut. Ich ging auch in die Tanzstunde.

Für meinen ersten Tanzstundenball bekam ich ein wunderschönes Ballkleid aus hellblauem Taft.

Das wurde extra für mich angefertigt. Es gibt Fotos, die hat mein Bruder fotografiert, da sitze ich mit dem Ballkleid im Herrenzimmer.

Erna Goldmann

ألمانيا

Goldmann Erna
Tel Aviv
Israel
Datum des Interviews: August 2010
Name des Interviewers: Tanja Eckstein

Im August 2010 landete ich mit der EL Al nach zehn Jahren wieder am Flughafen in Tel Aviv. Der Flughafen ist inzwischen neu, trotzdem ist mir nichts fremd. Im Gegenteil, Tel Aviv ist vertraut wie nie zuvor.

Country: 

Erna Goldmann

Das bin ich auf dem Balkon unserer Wohnung in der Eschenheimer Anlage 30.

Die Eschenheimer Anlage war eine Anlage, da standen rechts und links Häuser und die Strasse hieß Eschenheimer Anlage.

Sie begann am Eschenheimer Turm, der ein Wahrzeichen und das älteste Bauwerk der Stadt Frankfurt ist.

Das Haus, in dem wir alle wohnten, gehörte meinem Großvater. Es hatte drei Stockwerke.

Im unteren Stock wohnte eine Arztfamilie, der Großvater wohnte in der Mitteletage, und wir wohnten über ihm im zweiten Stock.

Postkarte von Martin Goldmann an Erna Guggenheim

Martin (Moshe) hat mir auch eine Karte mit Hakenkreuz aus Dessau geschrieben, da steht Nationaler Feiertag 1934.

Das war der 1. Mai. Auf dem Stempel steht: Bekämpft die Arbeitsnot, kauft deutsche Waren.

Was ich ja heute immer noch bewundere, dass wir alle zusammen hier waren und niemand mehr in Deutschland war.

Dass die Familie so zusammen geblieben ist, das gibt es so selten, und ich bin ja Gott sei Dank auch zeitig weg, aber es ist mir noch so nah, diese ganze Situation von damals, als wäre es gestern gewesen.

الصفحات

اشترك ب RSS - Germany
glqxz9283 sfy39587stf02 mnesdcuix8
glqxz9283 sfy39587stf03 mnesdcuix8